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i142: Zahl der Einkommenslosen/Arbeitslosen realistisch ausweisen



Initiative nicht zugelassen

Diese Initiative wurde nicht zugelassen! Sie ist am 2. Quorum (10 %) gescheitert.

Antrag

Die Zahl der Arbeitslosen soll zukünftig korrekt ausgewiesen werden. Die Zahlen sollten transparent erhoben werden. Alle "Ausnahmen" entfallen. Alle Menschen, deren monatliches Nettoäquivalenzeinkommen nicht über der Armutsgrenze von derzeit ca. 1100,00 € liegt, sind arbeitslos, im dem Sinne, das der durchschnittliche Bürger heute nur durch Arbeit Einkommen generieren kann und das auch anstrebt. Wenn er das nicht erreichen kann, ist er arbeitslos. Hier sollten auch ältere Menschen und kranke Menschen hinzugezählt werden. Der Begriff sollte langfristig von von arbeitslos korrekterweise besser einkommenslos heißen. In den Niederlanden gibt es schon länger sogenannte CWI´s (Cenrum voor Werk en Inkoomen).

Begründung

Es gibt aber schon jede Menge Kennziffern: Arbeitslosenquote, Erwerbslosenzahl, Erwerbspersonenpotential, Arbeitslosenquote der sozialversicherungspflichtigen, Unterbeschäftigungsquote, stille Reserve, verdeckte Arbeitslosigkeit, Minderbeschäftigte, u.v.a.m. Das stiftet oder soll Verwirrung stiften.

Die Zahl der Einkommenslosen/Arbeitslosen wird durch statistische Tricks und per Gesetzeslage seit Jahren nur geschönt wiedergegeben. Besonders seit 2005. Das ärgert mich schon lange. Wir sollten mehr Transparenz fordern, nur das macht die Lösung von Problemen möglich, nicht aber verschleiern. Seit Anfang 2000 haben die bezahlten Arbeitsstunden in Deutschland nicht mehr signifikant zugenommen, d.h. viele können von ihrer Arbeit nicht mehr leben. Nach dem Motto: "Arbeit sucht Einkommen."

Hat jemand den entsprechenden Beitrag in der Berliner Abendschau gesehen? Laut offiziellen Zahlen lag demnach die Arbeitslosenzahl in Berlin in einem Monat (2017) bei ca. 6 %, dann wurden alle, die durch "Gesetzeslage" herausfallen, aber arbeitslos sind, wobei das sicher eher mehr, als weniger sind, hinzugerechnet und schwupp lag die Zahl bei 13,4%, hat sich mehr als verdoppelt. Wie kann das sein?

Es gibt keine Wunder auch keine Jobwunder.

Und ich habe es hautnah miterlebt. Und viele können sich sicher auch noch erinnern, dass 2005 alle in HARTZ IV landeten, auch kranke, nicht mehr arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger. Sogar in Einzelfällen Koma Patienten. Die wurden dann in mühsamer Kleinarbeit wieder aus HARTZ IV entfernt (das war auch zeitweilig mein Job, wenn auch, ebenfalls prekär bezahlt, d.h. auch ich kam nicht aus der Armut heraus, sprich selbst aus HARTZ IV). Und schwupps , fing das Jobwunder an.

Wirtschaftswissenschaftler begründen das noch ganz anders, warum es kein Job-Wunder durch HARTZ IV gibt, sondern alles eine große FAKE NEWS à la TRUMP ist.

Per Gesetzeslage werden uns geschönte Zahlen präsentiert, das muss sich ändern.

Hier noch ein Hinweis zum Thema. Warum verschlingt die Verwaltung der Arbeitslosen immer mehr Geld, wenn sie sich doch mehr als halbiert haben?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/jobcenter-immer-mehr-geld-fuer-arbeitslose-fliesst-in-die-verwaltung-a-1181199.html

Richtig. Je weniger Fahrgäste es gibt, desdo mehr Fahrzeuge muss man bereitstellen. Logisch?

Antwort auf Georg:

Eben das ist es nicht. Da wird uns etwas vorgemacht. Die Gesetze zwingen seit 2005 jede Arbeit anzunehmen und sei sie noch so prekär. Damit "verschwinden die Arbeitslosen aus der Statistik" und das ist der TRICK. Bei einem 1,50 € Job fallen sie schon aus der Statistik, auch bei 400,00 €uro und alle ab 58 Jahren auch. Die anderen sollen dann bis 67 Jahre oder länger arbeiten. Passt nicht zusammen. Wenn man Arbeit nicht nur so definiert, dass diese zum Leben ausreichen sollte, dann ist niemand in der Ländern der Dritten Welt arbeitslos, weil er vielleicht 20 Cent am Tag "verdient", damit er nicht verhungert. Da gibt es bekanntlich keine Stütze.

Im Deutschlandfunk kamen gerade die Zahlen, es wurde für mich erstmals der Sektor, der wie es hieß "Minderbeschäftigten" ausgewiesen, das war ungefähr doppelt so hoch, wie der der "Arbeitslosen". Aber sie finden keine sozialversicherungspflichtige ordentlich bezahlte Beschäftigung, sind streng genommen auch noch einkommens-/arbeitslos, weil sie noch zusätzliche Transferleistungen benötigen. Hier müssen wir umdenken, auch was eigentlich "Arbeit" ist, heute ist Arbeit nur Erwerbsarbeit. Die Arbeitsstunden haben nicht zugenommen, also wo sind die angeblichen Arbeitsplätze hergekommen? Jeder, der trotz Arbeit unter der Armutsgrenze verdient, ist einkommenslos/arbeitslos. Und das trifft nicht nur Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, das trifft alle.

Antwort auf Harmonie:

Was bedeutet "Nettoäquivalenzeinkommen"? Also hier werden dann z.B. bei einer Familie (ähnlich Bedarfsgemeinschaft) alle Einkommen zusammengerechnet und wenn dann das Einkommen z.B. bei zwei Personen zusammen über dem Wert von 2200,00€ monatlich liegt, und einer von beiden nur Teilzeit arbeitet, ist keiner arbeits- bzw. einkommenslos. Anders bei einem alleinerziehenden Elternteil (meist Mütter, aber zunehmend auch Väter), die Teilzeit arbeiten und dann deutlich unter 1100,00 € monatlich zur Verfügung haben. Ich möchte auch deutlich einen Paradigmenwechsel von der Arbeit hin zum Einkommen, denn eine Person die Kinder betreut hat reichlich Arbeit ohne Einkommen! Deswegen muss die Fixierung allein auf Erwerbsarbeit erst einmal in unseren Köpfen verschwinden. Statistisch arbeiten Frauen auch deutlich mehr als Männer, aber meist ohne Bezahlung und sind dann im Alter trotzdem sie deutlich mehr arbeiten oft arm. Das muss sich ändern. Außerdem wäre es eine Überforderung für mich allein, einen komplette Gesetzesvorgabe hier zu erarbeiten. Ich will nur vorgeben in welche Richtung es gehen muss. Und warum will die SPD unbedingt eine Garantie der Rückkehr von Teil- zu Vollzeit z.B. nach der Familienphase oder Betreuung von Angehörigen unbedingt, wenn "alle" doch ganz freiwillig (vor allem Frauen) Teilzeit arbeiten? In meinem Beruf habe ich seit ca. 10 Jahren fast ausschließlich nur noch Teilzeitstellen gesehen. Warum?

Verbesserungsvorschläge (2)

geschrieben und bewertet von Unterstützern dieser Initiative

niedriges Einkommen ist keine Arbeitslosigkeit

kollektive Bewertung: 
| umgesetzt: 

auch ich kann die Initiative so nicht unterstützen, nicht jede die ein Einkommen unter 1.100 Euro hat ist in die Arbeitslosenstatistik aufzunehmen. Es ist nicht so, dass alle Menschen mit niedrigem Einkommen versklavt und genötigt sind, machen arbeiten eben auch nur Teilzeit und leben nicht allein von ihrem Job...so pauschal und eindimensional ist es nicht

Andererseits ist eine transparentere und ehrlichere Arbeitslosenstatistik sinnvoll, erfreulicherweise werden die Arbeitslosenzahlen medial nicht mehr unkommentiert verbreitet, oft lese und höre ich Hinweise, welche Gruppen aus der Statistik herausfallen.

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keine Vermischung unterschiedlicher Gruppen

kollektive Bewertung: 
| umgesetzt: 

in der Initiative werden unterschiedliche Gruppen einander gleichgestellt, die derer, die keine Arbeit (selbständig oder abhängig) haben und die, deren Einkommen nicht ausreichend ist. Das sollte/muss getrennt bleiben; bitte die Initiative in zwei auftrennen. Die Zahlen daraus können dann immer noch leicht zusammengenommen werden.

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